Lokumbau Spur N
0 Kommentare, 10.02.2026 11:33

Lokumbau Spur-N Analog (über 50 Jahre alt)

von Peter Rudolph am 15.12.2025 19:59

Nachdem ich mich beim Konzept für das CTC-Lomodul-S3 erst mal an den beiden Normen Next-18 und PluX16 orientiert hatte wurde es nun dringend Zeit zu prüfen, wie gut sich Analog-Loks auf CTC umrüsten lassen. Die Dampf- und Dieselloks sind über 50 Jahre alt, das Alter der E-Lok ist mir nicht bekannt:

siehe Spur-N-Loks-Analog.jpg

Alle abgebildeten Loks konnten erfolgreich mit einem CTC-Lokmodul-S3 ausgestattet werden und fahren wieder. Für den IR-Empfänger habe ich bei allen Loks eine Plan wo er hinkommt, aber umgerüstet ist bisher nur die E-Lok.Die wichtigsten Fakten des Umbaus sind folgende:

  • Selbst bei der recht kleinen BR80 ganz links fand sich ein Platz für des CTC-Lokmodul-S3 mit seinen 10 x 20 x 4,2 mm Größe
  • Die E-Lok war die einzige, in der nicht an Gehäuse bzw. Chassis herumgeschnitzt werden musste. Details der einzelnen Loks zeige ich in separaten Dokumenten.
  • Bei den 50 Jahre alten Loks war etwas Mühe angesagt, die Stromaufnahme in einen guten Zustand zu versetzen sowie Motor und Getriebe zu reinigen und zu fetten. Sie waren aber auch viele Jahre außer Betrieb.
  • Bei allen Loks war ich begeistert wie schön sie nun fahren.
Kapitel:
Peter Rudolph 15.12.25 20:38

Vorbereitung des Umbaus

Den Startschuss gab ein Treffen mit zwei Freunden, bei dem jeder ein paar alte Spur-N-Loks mitbrachte, die wir dann zerlegten mit dem Ziel herauszufinden, was für eine Umrüstung auf CTC zu tun wäre und wie der nötige Platz für das CTC-Lokmodul-S3 geschaffen werden könnte.Dabei stellte sich heraus, dass dies nur selten möglich sein wird ohne etwas abzwicken, abzusägen und gar zu fräsen.Außerdem muss in allen Loks die direkte Verbindung zwischen Gleis und Motor aufgetrennt werden. Interessanterweise sind nur selten Kabel zu finden. Statt dessen viele Klemmverbindungen und Blechstreifen. Wir haben tiefen Respekt vor den Leistungen der Ingenieure der alten Loks. Die darauf folgenden Tage nutzte ich dazu, meine fünf zerlegten Loks immer wieder in die Hand zu nehmen, unter der Lupe zu begutachten und mir für jede Lok nach und nach einen Plan zum Umbau zu machen. Hier sieht man die Loks teilweise umgebaut:

siehe Spur-N-Loks-Offen.jpg

Erst als ich für alle Loks einen groben Plan hatte wagte ich mich an der ersten Umbau. Dabei habe ich mich mit der einfachsten (der E-Lok) angefangen: Die brauchte einen Halter für das Lokmodul, der sich per 3D-Druck leicht erstellen ließ.Erst bei der zweiten Lok (BR220, Bildmitte) führte kein Weg mehr daran vorbei, Teile abzuzwicken. Beim ersten mal tut das irgendwie weh, aber die Hemmungen Zange, Feile, Säge und Drehmel einzusetzen, nimmt mit jeder weiteren umgebauten Lok ab. Das folgende Bild zeigt als Beispiel den Schienenbus. Hinter dem Chassis liegen die Teile, die in der Mitte herausgesägt wurden, sodass das Lokmodul über dem Motor Platz finden konnte. Die einzelnen kleinen Blechstreifen habe ich entfernt um Motor und Lampen von der Stromaufnahme zu trennen:

siehe Schienenbus-N-zersaegt.jpg

Bei der kleine Dampflok habe ich den Kohlekasten geopfert und auch ein Teil des Gewichts musste weichen. Auf die WLAN-Antenne des Lokmoduls, die hinten rausschaut, könnte man nun natürlich noch schwarz streichen und ein bisschen Kohle-Imitat auf kleben:

siehe BR80-N.jpg

Ich hoffe ich konnte hiermit ein bisschen motivieren, alte Analog-Schätze mithilfe von CTC wiederzubeleben und freue mich auf Kommentare und einen regen Austausch.

Kommentare:
ateshci 07.02.26 14:50

Ich habe in die größenmäßig vergleichbaren kleineren englischen Dampflok-Modelle von Hornby wie z. B. 'Normandy' ebenfalls die S3 eingebaut. Beim Betrieb auf verschiedenen Arrangements musste ich allerdings feststellen, dass der 330µF-Kondensator nicht immer zum störungsfreien Betrieb ausreicht. Hintergrund: Ich teste alle Umbauten auf einer 'Buckelpiste' mit altem BTTB-Hohlprofilgleis in nicht immer bestem Oberflächenzustand. Erst dann traue ich mich woanders hin. Jedoch musste ich auf einem Modularrangement einer TT-IG mit Neusilbergleis, geputzten Oberflächen, aber manchmal holperigen Weichenstraßen und 15° Weichen mit Isolierherzstück wegen endloser Verbindungsverluste abbrechen.Erst als ich einen Step-Up-Puffer von train-o-matic einbaute, war ein störungsfreier Betrieb möglich.Im Vergleich zu Hornby's BT-System ist der Betrieb mit CTC zwar um Größenordnungen besser, weil z. B. nach Abbruch der Wiederaufbau der Verbindung wesentlich kürzer erfolgt, aber man muss sich vor Augen halten, dass alle diese drahtlosen protokollbasierten Verfahren im Vergleich zur normalen Funkfernsteuerung ( die ich ebenso in TT ausgiebigst getestet habe ) eine gleichmäßige Spannungsversorgung benötigen. Deshalb sind die Auslegung des Puffers sehr wichtig und Stützzeiten von mehr als 50..100msec vorteilhaft.

Peter Rudolph 10.02.26 09:11

Der Pufferkondensator ist tatsächlich noch nicht die optimale Lösung, sondern ein Kompromiss aus Preis / Leistung - und zumindest bei Spur-N auch eine Platzfrage.

Für den Fall, dass die Lok von alleine weit genug "rutscht" bis wieder Strom da ist, gäbe es noch zwei Optimierungsmöglichkeiten:

  • auf den CTC-Modulen trennt eine Diode die Eingangspannung für den Prozessor von der für Leistung (Motor, Licht, ...). Hinter dieser Diode könnte man einen zweiten Pufferkondensator einbauen, der nur den Prozessor versorgt und dann etwas länger durchhält wie er für das gesamte Modul, d.h. wenn die Lok üebr die stromlose Stelle "gerutscht" ist, hat der Prozessor noch Strom und der Motor läuft wieder los.
  • Die CTC-App erkennt schon heute, dass ein Modul neu gebootet wurde. Ist dieser Abstand klein (wenige Sekunden) könnte die App davon ausgehen, dass es wohl nur eine kurze stromlose Stelle war und das zuletzt gesendete Kommando erneut senden, d.h. die Lok würde nur kurz ruckeln und dann weiter fahren.

Welcher Puffer von train-o-matic war das genau? Ich würde den gerne testen und ggf. als Option im Shop anbieten.

ateshci 10.02.26 10:15

Die Puffer werden von einer rumänischen Firma hergestellt und sind die kleinsten und flachsten, die z. Zt. überhaupt erhältlich sind. Die Standardbestückung mit den 0,3F-Supercaps ist in TT in allen kleinen Modellen, die ich bisher damit ausgestattet habe, unterzubringen. 'Schnitzarbeit' darf man natürlich nicht scheuen.

ateshci 10.02.26 10:23

Noch ein Nachtrag:Ich habe auch die HM7000-BT von Hornby in einer Lok mit 940µF(2x470)/16V von Vishay bei einigermaßen vernünftiger Gleislage zufriedenstellend betrieben können. In Analogie könnte das in N mit CTC auch ganz gut funktionieren. Im Preis gegenüber dem StepUp tut sich natürlich nichts, weil diese Tantals s..mäßig teuer sind

ateshci 10.02.26 11:33

Noch ein Nachtrag:Die Abstützung des Prozessors und damit des Stacks ist bestimmt sehr nützlich. Ich habe z. B. die DSM-Empfänger mit 5V und 220µF-Abstützung genau so von der Lokversorgung getrennt, während der Motortreiber und der Rest an 12V ohne weitere Pufferung hingen. Das hat sehr gut wie vom DCC-Betrieb her gewohnt funktioniert.